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Die Einführung der Sbarre - Nummernstempel in 1877

In der zweiten Hälfte 1876 begannen in Florenz Versuche um erkannte Probleme anzugehen. U.a. hatte man 1865 mit einem ca. 25-zeiligen "dünnen" Roststempel experimentiert, diese Versuche wurden jetzt mit 6, 8 und 11-zeiligen "dicken" Roststempeln fortgesetzt. Im Oktober 1876 - das früheste bekannte Stempeldatum ist der 10.10.1876 - begannen beim Florenzer Bahnpostamt Versuche mit einer im "Officine Dani di Firence" konstruierten Stempelmachine, bei der Nummernstempel und Tagesortsstempel gleichzeitig abgeschlagen werden. Neben dem deutlich sichtbaren Handgriff lies sich die Dani-Maschine auch durch ein Fußpedal bewegen. Ornaghi bildet diese Maschine ab und merkt an, dass diese von 1876 bis 1911 benutzt worden ist, und sowohl mit einem Pedal als auch elektrisch betrieben werden konnte.

FIRENZE FERROVIA 15.10.1876

Dani Maschinen-Stempel.. Versuchsstempel aus dem Oktober 1876. Signiert von Raybaudi und Vaccari.

Die Versuche in Florenz wurden mit einem 6-zeiligen Rostnummernstempeln durchgeführt, bei dem sich je drei Streifen oberhalb und unterhalb der Nummer 174 befanden. Im Dezember 1876 wurden in Rom und im Januar 1877 in Mailand schon eine Dani-Maschine mit Nummernstempel im endgültigen 11-streifigen Format verwendet. In Florenz wurde in Februar 1877 eine Variante mit 8 Streifen (3/2/3) verwendet, die vermutlich aus dem 6-streifigen Versuchsstempel aptiert wurde. Die Ankündigung der neuen Stempelform und der Einführung der Maschinen erfolgte im Bulletino postale n.4 im April 1877:

Obwohl in den monatlichen Bulletins mehrfach gemahnt wurde, werden die Artikel 149, 150 und 151 der Dienstvorschriften vernachlässigt indem die Entwertung der Korrespondenz ungenügend ausgeführt wird. Briefmarken werden gar nicht oder nur so nachlässig gestempelt, dass sie auch leicht ein zweites Mal benutzt werden können, ohne dass chemische Reagenzien verwendet werden müssen, um den Stempelabdruck zu entfernen. Das Datum ist meisten unlesbar, so dass unmöglich ist, zu entscheiden, ob Transport und Empfang regelkonform sind. Ersteres führt zu schweren finanziellen Schäden, zweites zu zahlreichen, berechtigten Beschwerden des Publikums, Beschwerden, welche auch das Parlament erreicht haben.

Um dies zu beenden hat die Generaldirektion nach sorgfältiger Prüfung folgendes beschlossen:

1) Erneuerung der Stempel. Dabei wird eine neue Form aus waagerechten Streifen mit einer fortlaufenden Nummer in der Mitte eingeführt.

2) um schnellstmöglich zu beginnen werden unter Berücksichtigung der verfügbaren Gelder diejenigen Postämter zuerst mit neuen Stempeln und Stecktypen für Datum und Uhrzeit versehen, die sie am meisten benötigen.

3) die Direktionen und die wichtigsten Bahnpostämter werden mit einer Stempelmaschine ausgestattet, die nicht nur sehr schnell ist, sondern auch einen klaren Abdruck von Tagesstempel und Entwertung vornimmt.

Diese Maßnahmen werden nicht ausreichen, wenn die Postämter keine Tinte reagenzienfester Qualität und keine weichen Stempelkissen verwenden, welche die Stempel schonen. Die Generaldirektion hat in Zusammenarbeit mit den Staatsdruckerei, Versuche durchgeführt, und eine passende Tinte gefunden, die an allen Postämtern des Königreiches eingeführt wird.

Die Generaldirektion ist die einzige Bezugsquelle für diese Tinte, die Stempelkissen und die Handstempel.

Ein weiterer Beweis für die Leistungsfähigkeit der Dani-Maschine ist neben der extrem schnellen Einführung die Tatsache, dass sich ihre Nummernstempel weit über das offizielle Ende hinaus nachweisen lassen. So sollten ab dem 1. April 1889 auf registrierten oder versicherten Briefen und ab dem 1. Januar 1890 generell keine Nummernstempel mehr abgeschlagen werden.

MILANO FERROVIA 30.01.1877

Dani Maschinen-Stempel.. Dieser frühe Abschlag mit 11- Balken aus Mailand liegt vor der offiziellen Ankündigung im April 1877. In Florenz wird zu diesem Zeit noch der 6-Balken Versuchsstempel verwendet.